RECAP DACH LOYALTY DAYS:
Loyalty Days 2026 in Frankfurt: Von Evolution zu Innovation
Was für ein Comeback. Nachdem uns die Loyalty Days in Frankfurt bereits im letzten Jahr begeisterten und inspirierten, sind unsere Kollegen Michael Bregulla, Tiago Barata und Matthias Kempa auch jetzt wieder mit jeder Menge neuer Ideen, Kontakte und geplanten Folgeterminen im Gepäck nach Hamburg zurückgekehrt. Frankfurt kann ganz offensichtlich nicht nur Finanzen und Skyline, sondern auch ziemlich gut Kundenbindung. Dabei wurde vor Ort schnell klar: Bei der Kundenbindung der Zukunft geht es um spürbare Relevanz in Form von individuell erlebbaren Mehrwerten. Die Frage, die über fast allen Panels und Keynotes schwebte: Wie kann Loyalty in einer Welt bestehen, in der KI, Plattformen und Automatisierung immer stärker mitentscheiden.
Genau darum ging es auch in den beiden Panels mit unserem Geschäftsführer Michael Bregulla: zum einen um die Frage, wie Agentic Commerce klassische Loyalty-Programme verändert, zum anderen darum, wie aus Kundenbindung ganz konkret wirtschaftlicher Ertrag werden kann.
Was Michael und seine Kollegen sonst noch an Gedanken aus Frankfurt nach Hause nahmen, erzählen sie aber mal am besten selbst:
Michael Bregulla: „Kundenbindung verschiebt sich vom Belohnungsprogramm zum strategischen Daten-Ökosystem.“
„Wer künftig mit Kundenbindung erfolgreich sein möchte, der entwickelt seine bestehenden Programme nicht behutsam weiter, sondern krempelt diese „auf links“. Klassische Programme mit Punkten, Status und Rewards bleiben zwar relevant, aber sie reichen allein immer weniger aus. Entscheidend wird, ob ein Programm im richtigen Moment echten Mehrwert liefert. Genau dort entstehen die „Moments of Truth“, in denen aus Transaktion Bindung wird.
Hinzu kommt: Loyalty wird technologischer. Daten, Automatisierung, Schnittstellen und kontextuelle Ausspielung rücken stärker in den Mittelpunkt. Mit Blick auf Agentic Commerce heißt das für Marken und Händler: Programme müssen anschlussfähig werden. Nicht als starres Bonussystem, sondern als flexibler Teil eines größeren Ökosystems. Für Unternehmen bedeutet das, Loyalty neu zu denken: und zwar als strategische Fähigkeit – mit einer stabilen Basis und der Offenheit für Innovationen.“
Mathias Kempa: „Loyalty liefert nur ab, wenn sie sauber integriert ist.“
„Loyalty wirkt, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Hier hat mich besonders der präsentierte Case BonusMOVE der Leipziger Verkehrsbetriebe begeistert: Das Programm läuft erst seit wenigen Monaten und zeigt bereits klare Resultate: mehr als 32.000 Teilnehmende, 23 Prozent Neukundenanteil und 19 Prozent Umsatzplus. Der entscheidende Punkt dabei: keine überkomplizierte Mechanik, sondern ein integriertes, umsatzbasiertes Modell mit klarem Nutzen für die Kundinnen und Kunden.
Spannend war für mich auch der Blick auf große Transformationsprojekte wie die Miles & More Credit Card. Vier Jahre Ausschreibung, zwei Jahre Umsetzung und rund 600.000 migrierte Kundinnen und Kunden zeigen ziemlich deutlich: Loyalty ist kein Kampagnen-Sprint, sondern eher ein strategischer Halbmarathon. Dazu kamen starke Impulse aus Banking und FinTech, wo Co-Branding, Partnerschaften und Plattformmodelle immer wichtiger werden. Mein Fazit: Standalone-Programme verlieren an Zugkraft, vernetzte Ökosysteme gewinnen.“
Tiago Barata: „Die Zukunft von Loyalty läuft automatisiert im Hintergrund.“
„Für mich stand in Frankfurt klar das Thema Agentic Commerce im Vordergrund. Der nahezu durchgehende Tenor: Klassische Loyalty-Mechaniken verlieren an Bedeutung, während Relevanz, Personalisierung und echter Mehrwert künftig stärker zählen. Gleichzeitig wird Loyalty in Zukunft häufiger ohne ständige Aktion oder Reaktion durch den Kunden passieren. Im Hintergrund – automatisierter, datengetriebener und enger verzahnt mit KI-gestützten Kaufentscheidungen.
Entscheidend sind dabei Datenqualität und Vertrauen. Wer keinen guten Datenzugang hat oder seine Mehrwerte nicht transparent und nachvollziehbar ausspielt, wird es in dieser neuen Loyalty-Welt schwer haben.
Das Panel zu Agentic Commerce war für mich ein weiteres echtes Highlight: Das Thema war deutlich näher an der Gegenwart und damit ehrlicher, als mancher vielleicht gehofft hat.“
Fazit: Loyalty verändert sich. Das ist spannend, zwingt aber auch zu Konsequenz
Die Loyalty Days 2026 haben gezeigt: Loyalty entfernt sich von der reinen Mechanik und bewegt sich immer stärker in Richtung Beziehung, Business Impact und Systemfähigkeit. Für Marken und Händler ist das dann eine gute Nachricht, wenn sie sie bereit sind, Kundenbindung nicht mehr als Rabattverlängerung, sondern als strategische Disziplin zu verstehen. Für uns bei KNISTR bestätigt Frankfurt damit vor allem eines: Die Zukunft von Loyalty liegt nicht im lauter werdenden Punktegewitter, sondern in relevanten Erlebnissen, smarten Systemen und messbarem Mehrwert.